Keine Sorge, die Geschichte meiner Haut ist noch nicht abgeschlossen. Aber ich fühle mich endlich wohl in ihr. Und mit 50 darf das noch ein paar viele Jahre so sein. War nicht immer so. Von Fettglanz über Pickel bis hin zu nervösem Jucken haben wir einiges miteinander ausgestanden. Hier meine Haut, ihre -Typen im Laufe der Jahre und wie ich damit umgegangen bin.
Meine Haut bis 25? Ölig und unrein!

Bis zu meiner Pubertät war die Welt noch in Ordnung. Aber dann ging es los. Die griechischen Wurzeln schlugen zu, die Hormone fuhren ein und ich bekam leichte Behaarung im Gesichtchen. Von der Oberlippe ausgehend, seitlich ein Flaum die Koteletten runter und am Kinn begann es zu sprießen. Die Talgproduktion lief auf Hochtouren und die Mitesser und Pickel tummelten sich nur so auf Gesicht und Schultern. Wohlfühlfaktor? Nicht vorhanden!
Hilfe bei Problemen: Nachdem ich mit allem ein Spätzünder war – die Tage kamen und gingen, wann sie wollten, nur nicht regelmäßig –, ging Mama mit mir zum Frauenarzt. Diane hieß die Pille, die ich bekam, nahm und die halbwegs half. Ich ging mit meinem Sohn – ja, er ist mit meiner Haut gesegnet – zum Hautarzt. Sein Glück ist, dass das mit den Haaren im Gesicht bei ihm passt und Vollbart hip ist. Pickel sind es immer noch nicht. Aber die Tabletten – klar, Ciscutan sind starker Tobak und nur unter ärztlicher Kontrolle zu nehmen! – halfen. Sohnemann ist jetzt pickelfreier Bartträger.
Die Pflege für ölige Haut: Bei mir waren es noch Mandelkleie als Peeling, austrocknende Reinigungsprodukte und ebensolche Pflegesalben, die ich mir ins Gesicht schmierte. Dazu kam eine Heilerde-Maske zum selbst anrühren und den Wisamt-Puder zum Abdecken. Den Puder gab es in einer Farbe und er hat so abgedeckt, dass er auch als Clown-Schminke Erfolg gehabt hätte.
Heute ist alles anders. Die Reinigungsbürste von Clarisonic verwenden wir beide – natürlich mit einem anderen Aufsatz (er hat den sensitiv, der Hautschüppchen sanft entfernt und ich verwende den weichen Luxe Cashmere-Bürstenkopf, der darauffolgende Pflegeprodukte besser eindringen lässt). Somit erspart er sich das Peeling. Heilerdemasken gibt es fertig angerührt und mit zusätzlicher Pflegekomponente. Sohnemanns momentane Little Helpers? Reinigung und Pflege von Louis Widmer aus der „Skin Appeal“-Serie und die „Rare Earth Pore Cleansing Masque“ von Kiehl’s, die ich auch manchmal verwende, aber pssssst! Und Leonidas – ist das nicht ein wunderschöner Name by the way? – verwendet Sonnencreme. Immer! Am liebsten die mattierende Gel-Creme von La Roche-Posay. Braver Junge.
Meine Haut bis 45? Mischhaut mit nervösen Stresspickel-Phasen!

Kinderwunsch und Pille passen ja nicht so gut zusammen. Also bekam ich zu meinen zwei Söhnen auch hin und wieder Pickelschübe und zupfte täglich mit der Pinzette Härchen aus, die wieder zu sprießen begannen. Denke mal, die Pickelschübe waren auch stressbedingt. Die Härchen nicht.
Hilfe bei Problemen: Bei Härchen an unerwünschten Stellen hilft nur die Entfernung mit Laser. Nach sieben Sitzungen waren nicht nur die Härchen weg, sondern auch die Pickel weniger. Die kamen nämlich teilweise auch wegen der eingewachsenen Haare, wodurch sich die Follikel entzündeten. Also Ende gut, alles gut.
Die passende Pflege: Eine Fügung des Schicksals – ich begann gerade als Beautyjournalistin – machte mich mit der klassischen „Regenerating Creme“ von La Mer bekannt. Die einzige, die nervöse Zustände meiner Haut ausgleichen konnte und bis heute immer wieder zum Einsatz kommt. Ich denke, es war auch das Ritual des Auftragens, das mich beruhigt hat: einfach eine erbsengroße Menge in den Handflächen anwärmen und die Creme dann sanft in die Haut eindrücken. Das war für Jahre die einzige Zeit für mich alleine, die ich hatte – meine Jungs waren nur 20 Monate auseinander und ich voll berufstätig.
Meine Haut ab 45? Normale bis trockene Haut!

Ich bin endlich dankbar für meine fettige Haut, die ich hatte. Denn durch die übermäßige Talgproduktion haben sich kaum Falten gebildet. Ja, Lachfalten sind da und die mag ich auch. Und die Zornesfalte? Habe ich Ihnen hier schon erklärt, wie ich sie los geworden bin. Sonst ist die Haut jetzt endlich relativ unauffällig. Im Sommer ist immer noch ein leichter Glanz in der T-Zone vorhanden (aber das ist ja jetzt eh cool und wird als Glow betitelt) und im Winter neigt sie dazu sich trocken anzufühlen. Aber dagegen helfen ja Cremen wirklich.
Hilfe bei Problemen: Ich habe gehört, dass eine Gesichtsmassage das beste Anti Aging-Treatment sein soll, da es die Muskeln entspannt und so sofort erholt aussehen lässt. Werde ich bald probieren und darüber berichten, versprochen! Probiert hingegen habe ich schon ein Chemical Peel. Bei mir wurde ein sehr leichtes gemacht und es hat meine Haut nach einwöchigem leichtem Schälen strahlend und frisch hinterlassen. Wiederholungsgefahr ist sehr groß!
Die passende Pflege: Endlich bin ich die Unreinheiten los und kann schmieren, was das Herz – oder besser meine Haut begehrt. Ich mag sehr gerne mehrere Texturen übereinander tragen. Das sogenannte Layering habe ich aber schon ausführlich beschrieben.
Ich denke, es gibt noch ein Geheimnis, warum man sich im Alter wohler fühlt. Man sieht nicht mehr so gut und der Schock beim morgendlichen Blick in den Spiegel ist nicht mehr vorhanden. Vielleicht sind ja alle Härchen und Pickelchen noch da und ich weiß es nicht. Und da wären ja auch noch meine fünf Tricks gegen geschwollene Augen.
Das könnte Sie auch interessieren:
- Graues Haar ist wunderbar! Teil II – die Reaktionen
- Meine acht Beauty-Musts für den Herbst
- Wann ist man zu alt für einen Minirock?
Ihre Meinung zählt:
Welchen Hauttyp haben Sie und welche Pflege hilft?

